Landesverband Prostatakrebs Selbsthilfe NRW e.V.

Hide
Show
 Kategorien : Diagnose Medikamente

 

Wissenschaftler haben einen 3-in-1 Bluttest entwickelt, der die Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs mit Arzneimitteln, die auf die Mutationen in den BRCA-Genen abzielen, reformieren könnte.
Mit Hilfe der Untersuchung von Krebs-DNA im Blut, fanden Forscher, dass sie vorhersagen konnten, welche Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs wahrscheinlich von der Behandlung mit PARP-Inhibitoren, einer sehr vielversprechenden Medikamentengruppe profitieren würden.
Der Test konnte auch genutzt werden um DNA im Blut nach einer bereits begonnenen Behandlung zu analysieren, so dass Männer, die nicht reagierten, identifiziert und kurzfristig auf eine alternative Therapie umgestellt werden konnten.
Außerdem konnte der Test zum Monitoring des Behandlungsverlaufs genutzt werden, so dass schnell Anzeichen für eine genetische Tumorveränderung oder eine Resistenzentwicklung erkannt wurden.
Nach den Aussagen der Forscher, des Institute of Cancer Research, London und des Royal Marsden NHS Foundation Trust, ist der Test der erste für eine Präzisionsprostatakrebstherapie auf Basis spezifischer genetischer Fehler in Tumoren ausgerichtet.
Er könnte in Zukunft erlauben, dass der PARP-Inhibitor Olaparib eine Standardbehandlung für fortgeschrittenen Prostatakrebs wird, dadurch, dass er die Patienten selektiert, die von Olaparib am ehesten profitieren bzw diejenigen Betroffenen frühzeitig erkennt, die nicht günstig auf eine Behandlung reagieren bzw im Begriff sind Resistenzen zu entwickeln.
Die Studie wurde am 19. Juni 2017in der renommierten Zeitschrift Cancer Discovery pubiliziert
Der Test könnte dazu beitragen, Leben zu verlängern oder zu retten, indem die Prostatakrebstherapie effektiver wird bei gleichzeitiger Reduzierung der Behandlungsnebenwirkungen sichergestellt wird, dass Patienten keine Medikamente erhalten, die wahrscheinlich nicht wirksam sind.
Die Studie ist auch die erste, die in der Lage ist zu identifizieren, welche genetischen Mutationen Prostatakarzinome verwenden, um sich einer Behandlung mit Olaparib zu entziehen. Der Test könnte möglicherweise auch angepasst werden, um die Behandlung mit PARP-Inhibitoren für andere Krebsarten zu überwachen.
Die Forscher am Institute of Cancer Research (ICR) und am Royal Marsden sammelten Blutproben von 49 Männern am Royal Marsden mit fortgeschrittenem Prostatakrebs, die bereits in der TOPARP-A Phase II klinischen Studie von Olaparib teilnahmen.
Olaparib ist gut bei der Abtötung von Krebszellen, die Fehler in denjenigen Genen haben, die eine Rolle bei der Reparatur von beschädigter DNA wie BRCA1 oder BRCA2 haben. Einige Patienten reagieren auf das Medikament seit Jahren, aber bei anderen Patienten verfehlt die Behandlung frühzeitig ihr Ziel, oder aber der Krebs entwickelt Resistenzen.
Bei der Analyse von im Blut zirkulierender DNA (ctDNA), fanden die Forscher heraus, dass Patienten, die auf das Medikament reagierten, einen medianen Abfall des ctDNA-Spiegel von 49,6 Prozent nach nur acht Wochen der Behandlung hatten, während die ctDNA im Median um 2,1 % bei Patienten stieg, die nicht auf Olaparib reagierten.
Männer, deren ctDNA acht Wochen nach der Behandlung zurückgegangen waren, überlebten durchschnittlich 17 Monate, verglichen mit nur 10,1 Monaten für Männer, deren Krebs-DNA-Spiegel hoch blieben.
Die Forscher führten auch eine genaue Untersuchung der genetischen Veränderungen durch, die bei der Krebs-DNA von Patienten auftraten, die aufgehört hatten, auf die Olaparib-Behandlung zu reagieren. Sie fanden heraus, dass Krebszellen neue genetische Veränderungen erworben hatten, die die ursprünglichen Fehler in der DNA-Reparatur aufhoben – vor allem in den Genen BRCA2 und PALB2 -, die den Krebs ursprünglich anfällig für Olaparib gemacht hatten.

Professor Paul Workman, Chief Executive des Instituts für Krebsforschung, London:
„Bluttests für Krebs sind potentiell revolutionär .Sie sind preisgünstig und einfach einzusetzen, aber auch vor allem, weil sie nicht invasiv sind, können schnell eingesetzt, um routinemäßig Patienten zu überwachen und um frühzeitig zu erkennen, wenn die Behandlung versagt. Damit bieten sie Patienten beste Chancen ihre Krankheit zu überleben.
Dieser Test ist besonders interessant, weil er vielseitig einsetzbar und sowohl für den Einsatz vor als auch nach der Behandlung konzipiert ist und sowohl die absoluten Mengen an Krebs-DNA im Blutstrom als auch die spezifischen Mutationen innerhalb dieses genetischen Materials ausliest. Ein neues Kapitel der Präzisionsmedizin für Prostatakrebs kann damit aufgeschlagen werden. “
Und Professor David Cunningham, Direktor der klinischen Forschung an der Royal Marsden NHS Foundation Trust::
„Dies ist ein weiteres wichtiges Beispiel dafür, wo flüssige Biopsien – also einfache Bluttests im Gegensatz zur invasiven Gewebebiopsie – verwendet werden können, um die Behandlung von Patienten mit Krebs zu steuern und zu verbessern.“
Dr. Matthew Hobbs, stellvertretender Direktor der Forschung bei Prostate Cancer UK:
„Um die Überlebenschancen der 47.000 (in England) Männer, die mit Prostatakrebs jedes Jahr diagnostiziert werden, zu verbessern, ist es klar, dass wir uns von dem derzeitigen Standard zu viel gezielteren Behandlungsmethoden bewegen müssen Die Resultate dieser Studie geben uns ein wichtiges Verständnis der Faktoren, die bestimmte Prostatakarzinome antreiben oder sie anfällig für spezifische Behandlungen machen.
Nach Meinung der Forscher ist allerdings noch viel zu lernen, bevor die Erkenntnisse großflächig umgesetzt werden können. Man kann aber davon ausgehen, dass die Forschung äusserst aktiv auf diesem vielversprechenden Gebiet der Krebsdiagnose und -therapie ist.

 

Quelle:
http://icr.ac.uk/news-archive/new-three-in-one-blood-test-opens-door-to-precision-medicine-for-prostate-cancer?via=carousel0021

Please follow and like us:
Facebook
Facebook

Wenn Sie diese Seite mögen teilen Sie sie mit Ihren Freunden mit